Auswendig lernen

Auswendig lernen – Wie du am besten viel lernen und behalten kannst

Eigentlich bin ich kein wirklicher Fan von reinem auswendig lernen. Ich möchte schließlich mein Wissen anwenden können und auch langfristig abspeichern. Nur kurz auswendig lernen und dann vergessen bringt mir auf Dauer wenig.

Mir ist aber aufgefallen, dass das auswendig lernen oft zu Unrecht verteufelt wird. Oft wird in Prüfungen viel Wert auf die Aufzählung von Listen, Vorteilen, Nachteile und Reihenfolgen von Prozessen gelegt.

Natürlich ist eine gewisse Basis notwendig. Also der Lernstoff sollte zuerst verstanden werden. Ohne diesen Schritt kann ich keinem empfehlen nur auswendig zu lernen.

Durch das anschließende Lernen von Details kann ich mir zum Beispiel die genauen Abläufe und Strukturen besser einprägen und verstehe Gesamtzusammenhänge besser.

Nachteile von auswendig lernen

Wie die meisten Dinge hat das auswendig lernen auch einige Nachteile. Ich bin vermutlich nicht der einzige der mit auswendig lernen viel Anstrengung und Langeweile in Verbindung bringt. Oft sitzt man vor dem Lernstoff und ist erstmal überfordert und total unmotiviert.

Dieses Problem lässt sich aber mit der richtigen Herangehensweise einfach beseitigen.

Hier kommen nun meine Tipps, um perfekt und schnell auswendig zu lernen…

Besser und schneller auswendig lernen

Verständnis

Wie oben bereits erwähnt wird erst eine Wissensbasis benötigt. Das heißt: Der Lernstoff muss erst verstanden werden.

Ich kann mir nicht erklären, wie man sich das antun kann, etwas zu auswendig zu lernen, was man noch nicht verstanden hat. So wird man ewig für das Lernen brauchen.

Versuche lieber dir die Grundstruktur des Lernstoffs zu verinnerlichen und die grundlegenden Gedanken zu verstehen. Meistens hat man das Thema im Groben schnell verstanden. Anschließend geht es an das Lernen der Details mithilfe von auswendig lernen.

Karteikarten

In meinem Artikel über Karteikarten habe ich mich schon als Verfechter der Methode geoutet. Durch diese Lernsystematik habe ich die Möglichkeit immer wieder eine kurze Lerneinheit einzulegen. Außerdem beschränke ich die Lerneinheiten auf das, was ich noch nicht gut gelernt habe.

So kannst du den Fokus auf das legen, was dir im Moment am meisten weiterbringt. Im Artikel speziell über Karteikarten findest du noch weitere Vorteile und Tipps mit dem Umgang mit Karteikarten.

Aufteilung in sinnvolle Einheiten

Nachdem du bereits das Thema verstanden hast, solltest du den Lernstoff in sinnvolle Einheiten aufteilen. Es ist wissenschaftlich belegt, dass eine Aufteilung in jeweils 3-4 Einheiten am besten ist. Beschränke dich beim Schreiben deiner Karteikarten oder sonstigen Lernunterlagen auf maximal 4 unterschiedliche Informationen.

Am Anfang habe ich es mit der Antwortseite meiner Karteikarten übertrieben – bis zu 10 verschiedene Antworten sind auf meinen Karten gestanden. Kein Wunder, dass diese Karten immer bis zum Schluss in dem gleichen Fach waren. Karten mit wenigen Informationen habe ich schnell verinnerlicht und auch öfter wiederholt.

Schreibe daher lieber mehr Karteikarten und überlaste deine Aufnahmefähigkeit nicht. So behältst du deine Motivation und ermüdest nicht so schnell. Glaube mir: Du wirst mir später danken. 😉

Kategorisierung in Gruppen

Den gesamten Lernstoff teile ich mir in verschiedene Gruppen ein. In meinem Studium schreibe ich beispielsweise auf die Vorderseite meiner Karteikarten rechts oben das aktuelle Modul/Fach und die dazugehörige Kapitelüberschrift (wenn vorhanden).

So kann ich die Karten mischen und weiß trotzdem wo ich das Wissen einordnen muss. Ohne diese kleine Unterstützung fällt mir das Erkennen des Gesamtüberblicks schwerer. Der kleine Mehraufwand ist es wert, da ich dafür das Wissen besser speichern und langfristiger verwenden kann.

Gezielte Wiederholungen

Durch die gezielte Wiederholung von Wissen bleiben die Informationen länger im Gedächtnis. Ich neigte oft dazu, dass ich nur das wiederholt habe, was ich bereits gut kannte. Das war leichter als an den neuen schweren Brocken zu arbeiten.

Aber wie so oft: Die schweren Brocken sind meistens am wichtigsten und man kann hier noch viel lernen. Alles was dir jetzt schwer vorkommt, wird sich mehr auszahlen, als das, was dir schon leicht fällt. Die Wachstumsrate ist hier noch viel steiler!

Durch die „gezielte“ Wiederholung sparst du dir auch die unnötige Zeitverschwendung. Arbeite an deinen Schwächen öfter und wiederhole dein bereits bekanntes Wissen seltener. Nehme dir lieber eine kleine Auszeit und lege eine kleine Pause ein. Auch diese sind für das optimale Lernen unverzichtbar (siehe dazu auch meinen Artikel: Lernpausen optimal nutzen).

Wiederhole die Informationen genau an dem Zeitpunkt, an dem die Vergessenskurve am steilsten abfällt. So wirst du die Details langfristig im Gedächtnis behalten. Zu dieser Kurve findest du eine Beschreibung im Artikel über Karteikarten.

Lerne für das Langzeitgedächtnis

Um das Wissen optimal in das Langzeitgedächtnis zu übertragen, kann ich dir empfehlen, dass du die Informationen für dein Gehirn interessanter und relevanter machst.

Dazu gehört nicht nur das gezielte Wiederholen, sondern auch die Visualisierung und Nutzung unterschiedlicher Sinneskanäle. Obwohl ich kein Anhänger der Lerntypen-Einteilung bin, kann das Wissen mit der Verwendung von mehreren Kanälen gleichzeitig besser gespeichert werden (da die Relevanz für das Langzeitgedächtnis steigt).

Verwende passende Musik (optional)

Wenn du bereits gute Erfahrungen mit Musik beim Lernen hast, dann kannst du versuchen dies für das auswendig lernen zu verwenden. Wie in meinem passenden Artikel hierzu geschrieben, ist die Auswahl der Musikstücke entscheidend. Verwende am besten Musik ohne Gesang und passe die Geschwindigkeit dem Zweck der Lerneinheit an.

Humor hilft bei schwierigen und komplexen Themen

Manchmal muss man sich eher trockene Themen merken. Durch ein bisschen Humor kann man das Gehirn jedoch stark beeinflussen. Versuche dir z.B. eine lustige Geschichte zu dem Thema auszudenken oder schau dir ein humorvolles Video auf YouTube zu dem Lernstoff an. Dazu kann ich dir den YouTube-Channel Crash Course (englisch) empfehlen.

Ohne eine Prise Humor oder sonstige positive Gefühle macht man es dem Gehirn schwerer, das Wissen zu speichern. Das gilt besonders, wenn einem der Lerninhalt nicht interessiert und von sich aus kein großes Interesse weckt.

Setze dir eine Deadline

In meinem Artikel über das Parkinsonsche Gesetz habe ich bereits erwähnt, dass sich die Arbeit auf die zur Verfügung stehende Zeit verteilt. Das kannst du einfach vermeiden, indem du dir eine Deadline setzt. Manche lernen mit ein bisschen „Druck“ besser und verzetteln sich weniger. Dadurch beschränkst du dich gleichzeitig auf das wichtigste (ganz gemäß dem Pareto-Prinzip).

Beim auswendig lernen ist das besonders hilfreich. Ich setze mir (als alter Planer :D) gerne ein eigenes Ziel und berechne meinen Lernaufwand daraus. So fällt mir das Anfangen leichter und ich weiß, dass mir (nach dem Verständnis) das auswendig lernen mit Karteikarten am meisten bringt.

Durch die Zeitbeschränkung bleibt mir dann nichts anderes übrig, als mit der wichtigen Aufgabe (Karteikarten) anzufangen.

Kurze Lerneinheit vor dem Schlafen

Schlaf ist wichtig! Vor allem für das Lernen. Um mir besonders schwierige Informationen einzuprägen, lege ich vor dem Schlafengehen noch eine zehn- bis zwanzigminütige Lerneinheit ein. Dieser Zeitpunkt ist perfekt, um das Wissen in das Langzeitgedächtnis zu übertragen.

Es können keine „wichtigeren“ Ereignisse nach dem Lernen passieren und das Gehirn wird dir gerade gelernten Informationen als relevanter einstufen. All das führt in der Nacht zu einer besseren Wissenskonsolidierung.

In meinem Artikel zum Thema Schlafen findest du noch weitere wahnsinnig wichtige Tipps. Außerdem habe ich eine rech vielversprechende Technik geschrieben, mit der man schneller einschlafen kann: 4-7-8-Atemtechnik.

Um mehr über das Langzeitgedächtnis zu erfahren, schaue dir meinen Artikel über das Langzeitgedächtnis an.

Regelmäßigkeit

Wie im Krafttraining, gilt auch beim auswendig lernen folgendes: Frequenz schlägt Volumen.

Ohne die ausreichende Frequenz und Regelmäßigkeit geht fast nichts. Sind die Abstände zwischen den Lerneinheiten zu lang, dann wird wieder mehr Willenskraft benötigt und man hat vieles wieder vergessen (siehe Vergessenskurve im Karteikartenartikel).

Es nützt nicht viel an einem Tag 8 Stunden ohne Pause (sehr wichtig!) zu lernen und an den anderen Tagen der Woche so gut wie nichts zu machen. Schraube das Volumen (in diesem Fall die Dauer der Lerneinheiten) lieber etwas nach unten. Natürlich nicht gleich in den einstelligen Minutenbereich, sondern so, dass du alles nötige schaffst und die Routine regelmäßig durchführen kannst.

Durch die Verteilung des Lernstoffs auf mehr Zeit hast du viel weniger Stress und Stress vermindert bekanntlich deine Aufnahmefähigkeit.

Fazit

Auswendig lernen lohnt sich wirklich nur, wenn das Grundgerüst (Verständnis) sicher steht. Anschließend daran kann auswendig lernen aber eine durchaus lohnenswerte Zeitinvestition sein. So kann man sich schnell viele Details einprägen und durch die richtigen Methoden langfristig abspeichern.

Ich hoffe, dass ich dir hier einige gute Tipps zum Thema auswendig lernen an die Hang gegeben habe.

Wenn du noch wertvolle Tipps und Ratschläge hast, dann schreibe sie gerne in die Kommentare. Bestimmt freuen sich die anderen Leser darüber.

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Schöne Grüße,

Michael

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