Flow – Arbeiten und Lernen ohne Zeitgefühl

Im Flow verschwimmt die Zeit.

Als ich auf die Uhr schaute waren fast drei Stunden vergangen. So geht es mir oft, wenn ich beispielsweise etwas Neues auf der Gitarre lerne und übe. Ich mehr merke die Zeit nicht mehr. Es vergehen Stunden, als seien es Minuten.

Diesen Zustand nennt man Flow. Du hattest ihn bestimmt auch schon. Während man in diesem Zustand ist, schafft man sehr viel und wächst förmlich über sich selbst hinaus. Eine Aktion „fließt“ in die nächste Aktion. Alles geht von ganz allein, es benötigt keine Planung.

Neben Musikern kennen auch unter anderem Sportler den Flow. Läufer bezeichnen ihn oft auch als „Runners High“. Auch professionelle Pokerspieler schätzen den höchst konzentrierten Zustand und blenden bei ihrem Spiel die Umgebung aus. Gute Autoren schreiben ihre besten Werke meist auch im Flow. All diese Menschen befinden sich regelmäßig im Flow.

Der Zustand ist hervorragend um Neues zu lernen und sich zu verbessern. Darum habe ich Wege gesucht ihn bewusst herbeizuführen.

Den Zustand kann man zwar nicht herbeizwingen, aber man kann die Gegebenheiten verbessern. So erhöhst du die Wahrscheinlichkeit in den Flow zu kommen.

In diesem Artikel möchte ich dir die Vorteile des Flow-Zustands zeigen und wie du die optimalen Bedingungen für ihn schaffen kannst. So nutzt auch du die Kraft für optimales Lernen.

Los geht’s!

Vorteile des Flows

Der Flow reduziert Stress und erhöht die Zufriedenheit. Durch das konzentrierte Arbeiten und Lernen folgen meist auch wesentlich bessere Ergebnisse. Unangenehme Tätigkeiten können durch den Flow unbewusst schneller erledigt werden.

Ganz einfach: Der Flow ist der beste Zustand um zu Lernen und Arbeit zu verrichten.

Nun zu den Bedingungen für einen guten Flow…

Balance der Anforderungen und der eigenen Fähigkeiten

Sind die Anforderungen für die aktuelle Aufgabe zu hoch, dann wird man eher aufgeben oder die Tätigkeit aufschieben. Folge: Des Stress-Level wird erhöht.

Sind die Anforderungen zu niedrig, kommt sehr schnell Langeweile auf. Auch das ist nicht die perfekte Lösung.

Der Flow-Zustand liegt irgendwo in der Mitte.

Die Anforderungen und die eigenen Fähigkeiten müssen in Balance sein.

Hier zur Veranschaulichung ein Beispiel mit der Flow-Waage:

Für den Flow müssen Anforderungen und Fähigkeiten in Balance sein.

So entsteht keine Überforderung und auch keine Unterforderung.

Ein kleines Beispiel aus meinem Arbeitsleben:

Ich bastle häufig Excel-Modelle um Tätigkeiten zu automatisieren.

Diese können teilweise sehr komplex werden; manchmal sehr schwierig. Diese Herausforderungen sind wie geschaffen für den Flow-Zustand.

Die Aufgaben fordern mich. Ich weiß aber, dass ich die nötigen Fähigkeiten habe, oder mir während der Aufgabe aneignen kann. Nach kurzer Zeit verschwimmt schon mein Zeitgefühl.

Die Zeit vergeht wie im Flug und ich komme sehr gut voran. Meist bemerke ich nicht einmal, dass es schon Mittag ist.

Kleine Steigerungen

Optimaler Weise sollten die Anforderungen ein bisschen über den aktuellen Fähigkeiten sein.

So verbesserst du dich und es tritt keine Langeweile auf. Du möchtest hier nicht wiederholen, sondern über dich hinaus wachsen. Fordere dich!

Es sind kleine Steigerungen notwendig um die richtigen Anforderungen herbeizuführen. So steht dem Flow nichts mehr im Wege.

Intrinsische Motivation

Flow kann nur entstehen, wenn du dich selbst motivierst. Das Tun selbst ist die Motivation weiter zu machen. Mit Strafen und Belohnungen lässt sich der Zustand nicht erreichen. Hast du Freude an deinen Aufgaben, dann ist der Flow nicht mehr weit :-).

Halte genügend Zeit frei

Um in den Flow zu kommen brauche ich meist etwas. Es geht nicht innerhalb von einigen Minuten. Den genauen Zeitpunkt kann ich leider nicht sagen, da im Flow die Zeit so verschwimmt.

Der Flow ist nicht erzwingbar. Hast du es geschafft in den Flow zu kommen, dann möchtest du ihn so lange wie möglich nutzen. Das geht nur, wenn du dir genügend Zeit genommen hast und nicht plötzlich aufhören musst.

Verschwende bitte nicht den Flow. Dafür ist er viel zu kostbar!

Sei in der Gegenwart

Nur wenn du in der Gegenwart – im Hier und Jetzt – bist, dann kann es zu einem Flow-Zustand kommen. Schließe mit der Vergangenheit für kurze Zeit ab und konzentriere dich auf das Jetzt. Auch Gedanken über die Zukunft sind für den Flow schädlich. Versuche sie zu vermeiden.

Zu dem Prinzip kann ich ein extrem gutes Buch empfehlen: Jetzt! Die Kraft der Gegenwart von Eckhart Tolle (siehe auch Buchempfehlungen).

Singletasking führt zum Erfolg

Multitasking ist von Gestern. Es gibt viele Studien, die das Multitasking als unproduktiv einstufen. Versuche dich auf die eine aktuell wichtige Aufgabe zu konzentrieren. Voll und ganz. Blocke – wie oben geschrieben – genügend Zeit in deinem Terminkalender.

Nutze Musik

Mir hilft es manchmal etwas Musik laufen zu lassen. Oft höre ich zu diesen Zwecken klassische Musik, aber auch House. Ich finde, dass sich für den Flow-Zustand eher schnellere Lieder eignen. So passt sich deine Gedanken-Geschwindigkeit an die Tempo der Musik an.

Versuche aber Gesang auf ein Minimum zu begrenzen; das lenkt sonst zu stark ab. Monotoner Gesang ist akzeptabel.

Suche daher besonders nach einem stetigen schnellen Musikstück.

Musik ist nicht für jeden. Probiere es aus, ob sich dadurch dein Ziel leichter erreichen lässt, oder dich die Musik zu stark ablenkt.

Übe mit verschiedenen Tätigkeiten

Versuche den Flow-Zustand möglichst oft zu erreichen. Lerne immer Neues und höre nicht damit auf. Nimm ein neues Hobby auf oder baue bestehende aus.

Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger. Dabei muss das Lernen kein Zwang sein. Mit den geeigneten Methoden lernt es sich fast wie von selbst.

Versuche mit den verschiedensten Tätigkeiten in den Flow zu kommen. Sei es Lernen, Hausarbeit, Schreiben, Musizieren, Programmieren, Laufen, ….

Mit genügend Übung weißt du auf was es bei dir ankommt in den Flow zu kommen.

Mich würde es freuen, wenn du auch meinen Blog regelmäßig liest. Hier lernst du immer wieder Neues und kannst dir auch Anregungen holen. Ich hoffe ich kann dir beim lebenslangen Lernen helfen.

Unterbrechungen vermeiden

Nicht ist schädlicher für den Flow, als dauernde Unterbrechungen.

Daher gebe ich dir noch folgende Kurztipps:

  • Schließe die Türe ab, wenn möglich (keine Besucher – keine Unterbrechungen)
  • Versuche es mit Kopfhörer (für Musik und zum Blocken von Geräuschen)
  • Schalte dein Handy auf Flugmodus und lege es so weit weg wie möglich
  • Gehe am besten in ein Zimmer ohne Fernseher
  • Wenn du für deine Tätigkeit am PC kein Internet brauchst, dann schalte das WLAN aus
  • Stelle dir ausreichend Wasser neben dir, damit du es nicht holen brauchst
  • Mir hilft es auch die Raumtemperatur etwas zu senken (Geheimtipp :D)

Checkliste

Abschließend noch eine kleine Fragensammlung, um optimale Bedingungen sicherzustellen:

  • Wurde eine passende wichtige Aufgabe gewählt?
  • Wurden klare Ziele gesetzt?
  • Ist genügend Zeit verfügbar?
  • Bist du in der Gegenwart, oder sind deine Gedanken in der Vergangenheit oder Zukunft?
  • Kann ich mich auf die eine Aufgabe konzentrieren?
  • Hilft mir Musik?
  • Kann ich unterbrechungsfrei arbeiten und lernen?

Fazit

Der Flow ist ein fundamental wichtiger Zustand, wenn es um das Lernen geht. Ich fühle mich in diesem produktiven Zustand und danach immer glücklich.

Die Menschen haben heutzutage mehr Freizeit den je. Viele nutzen die Zeit mit passiven Tätigkeiten, wie vor dem Fernseher sitzen. Durch Fernsehen kann es keinen Flow geben (keine aktive Tätigkeit / kein Wachsen / kein Verbessern / keine Anstrengung).

Aktivität ist anfänglich anstrengender als Passivität, aber es lohnt sich.

Langfristig ist der beste Weg zu einem glücklichen Leben die Aktivität. Das kannst du durch den Flow-Zustand erreichen, indem du Neues lernst.

 

Bist du oft in diesem Zustand? Wie findest du ihn? Wie erreichst du ihn für gewöhnlich? Hast du Tipps hierzu? Schreibe deine Antworten in die Kommentare.

 

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Schöne Grüße

Michael von LearningMan

 

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