Kompetenzstufenentwicklung für mehr Überblick und Motivation

Kompetenzstufenentwicklung – Die vier Stufen deiner Kompetenz

Als ich das erste Mal von der Kompetenzstufenentwicklung gehört habe, war ich sofort begeistert. Das Modell zeigt dir, wie du am besten die nächste Kompetenzstufe erreichen kannst. Modelle sind zwar nur ein Ausschnitt der Realität, aber sie dienen zur Veranschaulichung von schwierigen Themen.

Ein großer Teil des Lebens ist es, neue Dinge zu Lernen und sich neue Fähigkeiten anzueignen. Mit dem Modell kannst du deinen aktuellen Kompetenzstand besser nachvollziehen.

Ein altes Sprichwort ist: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ich persönlich kann dieses Sprichwort (aufgrund zahlreicher Wiederholungen ^^) nicht mehr hören, aber es trifft nichts desto trotz zu.

Ohne neue Fähigkeiten und ohne neues Wissen wird sich deine Kompetenz nicht verbessern. Auf diesem Blog findest du hierzu noch viele interessante Artikel, die dich dabei unterstützen werden. Als Start kann ich folgende Artikel empfehlen: Willenskraft, Gewohnheiten, Karteikarten und Flow.

Jede der Kompetenzstufen hat ihre Eigenschaften, welche ich in diesem Artikel noch näher beschreiben werde.

Das Modell der Kompetenzstufenentwicklung hilft dir, dich beim Lernen und „Wachsen“ zu motivieren und dir gleichzeitig realistische Ziele zu setzen.

Aufbau der Kompetenzstufenentwicklung

Ich möchte nicht lange um den heißen Brei herumschreiben. Daher hier ein kleines Schaubild, damit du schnell einen Überblick über das Modell bekommst:

Kompetenzstufenentwicklung

Erste Kompetenzstufe – Unbewusste Inkompetenz

Die erste Kompetenzstufe kann auch als falsche Intuition bezeichnet werden. In dieser Stufe fängt jeder an. Hier weiß man noch nicht einmal, dass man in der neuen Fähigkeit inkompetent ist.

Zum Beispiel weißt du als Beginner beim Gitarre spielen noch nicht einmal, dass dein Saitenanschlag ineffizient ist. Du verschwendest Zeit mit der rechten Hand und hast so eine gewisse Begrenzung der Spielgeschwindigkeit. Am Anfang ist das aber ganz normal. Man muss sich ab Anfang auf so viele Informationen und Konzepte konzentrieren, dass es schwer wird, alles gleich richtig zu machen.

Wie gesagt: Alles normal. Du machst in dieser Stufe unbewusst falsche Entscheidungen. In der Wirtschaft verwendet man, um die erste Kompetenzstufe zu überwinden, häufig eine SWOT-Analyse. Hier werden die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken gegenübergestellt. Auch für deine persönlichen Kompetenzen lässt sich dieses Werkzeug super anwenden.

Zweite Kompetenzstufe – Bewusste Inkompetenz

Mit der Zeit erkennst du, dass du in einem Teilbereich noch inkompetent bist. Auch hier gibt es ein beliebtes Sprichwort:

Einsicht ist der erste Weg zur Besserung 😉

Viele kommen meist gar nicht zu dieser Stufe, also herzlichen Glückwunsch. Obwohl es eigentlich nicht schwer ist die zweite Kompetenzstufe zu erreichen, fehlt es den meisten zur nötigen Einsicht.

Um beim Beispiel vom Saitenanschlag beim Gitarre spielen zu bleiben: In dieser zweiten Stufe erkennst du das Problem des ineffizienten Saitenanschlags.

Durch das bloße Erkennen bist du schon auf der zweiten Stufe. Nun steht dem weiteren Fortschritt nichts mehr im Weg.

Du weißt nun, dass du deine Anschlagsweise verbessern solltest. Diese Einsicht kommt erst nach einer gewissen Zeit. Du musst die Probleme erst einmal erkennen können. Dazu wird Wissen und Erfahrung benötigt.

Eine Eigenschaft der zweiten Kompetenzstufe ist, dass man noch nicht einen Lösungsweg parat hat, also die falsche Analyse des Problems. Auf das Beispiel übertragen bedeutet das, dass du noch nicht weißt wie man seinen Anschlag verbessern kann und wie man sich durch Übung am besten weiterentwickelt. Außerdem kannst du noch keinen korrekten Anschlag identifizieren.

Aber alles kein Problem! Durch genügend Recherche, Interviews mit Lehrer und genügend Lernen lässt sich die dritte Stufe der Kompetenz erreichen. In dieser Stufe zahlt sich jede Lerneinheit und jedes Buch aus.

Der Schlüssel damit du schnell in die dritte Stufe kommst ist für die meisten Fähigkeiten das Lesen! Wenn ich ein neues Thema lernen möchte, dann bestelle ich mir die besten Bücher dazu und suche online nach den besten Blogs zu dem Thema. So stelle ich sicher, dass ich von den optimalsten Quellen lernen kann. Unterschätze nie die Macht vom Lesen! Hierzu habe ich auch einen weiterführender Artikel zum Thema Lesen veröffentlicht.

Zum Thema Bewusstsein möchte ich dir noch ein Zitat an die Hand geben:

Denn das bin ich mir doch bewusst, dass ich weder viel noch wenig weise bin.  – Sokrates

Ich denke, dass wir alle schon viel wissen, aber immer noch etwas Neues lernen können. Wir müssen oft nur die zweite Kompetenzstufe erreichen.

Weiter geht’s zur dritten Kompetenzstufe…

Dritte Kompetenzstufe – Bewusste Kompetenz

Die dritte Stufe erreichst du, indem du durch genügend Erfahrung und durch ausreichend Informationen sicher bist, wie du das Problem zu lösen hast. Du weißt nun, wie der perfekte Saitenanschlag auszusehen hat, nachdem du z.B. deinen Gitarrenlehrer gefragt, oder durch Online-Tutorials auf YouTube dir Ratschläge geholt hast. Generell kommst du am schnellsten von der zweiten auf die dritte Stufe, indem du (wie bereits erwähnt) dir die nötigen Informationen holst; egal wo.

Hier kannst du das Problem richtig analysieren und weißt, was du zu tun hast. Dir fällt es zwar noch schwer und es erfordert hohe Konzentration auf die neue Fähigkeit, aber du schaffst es einen (wenn auch anfänglich noch langsamen) Saitenanschlag zu machen. Super!

Durch perfekte Übung, wirst du perfekt!

Dieser Satz ist sehr wichtig. Nur wenn du hier beim Saitenanschlag nichts Falsches angewöhnst (siehe auch meinen Artikel über Gewohnheiten), wirst du schnell Fortschritte machen. Falsche Übung führt später zu viel Mehraufwand, da du deine Gewohnheit mühsam abändern musst.

Diesen Fehler habe ich auch beim Gitarre spielen begangen: Ich habe immer nur von oben nach unten angeschlagen. Das führt natürlich zu Geschwindigkeitseinbußen. Es hat lange gedauert bis ich den Wechselanschlag drauf hatte (mehr als bei anfänglicher richtiger Übung).

Lerne aus meinen Fehlern. Mein Motto ist seitdem: Lerne bewusst die richtigen Vorgehensweisen und übe was das Zeug hält. Um dir das Lernen einfacher zu machen, kannst du dich auf meinem Blog umschauen. Ich denke, dass du hier einige Tipps finden kannst, die dir auf deinem Weg helfen können.

Mit der Zeit und ausreichend guter Übung kommst du schließlich in die letzte Stufe.

Vierte Kompetenzstufe – Unbewusste Kompetenz

Die letzte und vierte Stufe der Kompetenzstufenentwicklung ist die unbewusste Kompetenz. Hier angelangt hast du richtige Intuition und du brauchst wenig Aufmerksamkeit für die neue Fähigkeit. Du machst die Dinge scheinbar mühelos. Viele werden denken: „Das sieht alles so leicht aus bei ihm/ihr! Wie macht er/sie das?“

Die Mühe der Stufe drei hat sich bezahlt gemacht. Du kannst mühelos einen perfekten Saitenanschlag ausführen und hast so deine Spielgeschwindigkeit enorm gesteigert.

Die richtige Ausführung machst du unbewusst, das heißt du denkst gar nicht mehr an die rechte Hand. So hast du wieder mehr Aufmerksamkeit und Konzentration für andere Dinge (z.B. Spielen der richtigen Töne mit der linken Hand – bei Rechtshänder).

Fazit

Das war das Modell der Kompetenzstufenentwicklung. Mir persönlich gefällt dieses Modell sehr, da es mir zu jeder Zeit mein Ziel vor Augen hält –> das Erreichen der nächsten Stufe.

So verschwende ich beim Gitarre spielen keine Zeit für Übungen, die an meinem aktuellen Problem vorbeigehen.Das geschieht, wenn man in noch nicht in der zweiten Stufe angelangt ist. Also versuche ich immer die Stufen in der richtigen Reihenfolge zu durchlaufen. Das erspart Zeit, Nerven und ich bin optimal auf Kurs zur vierten Stufe.

Wenn du die vierte Stufe erreicht hast, dann widme dich neuen Aufgaben. Lerne etwas Neues, denn man lernt nie aus. Alles ist lernbar! Es gibt immer etwas zu lernen. Du musst nur von der ersten Stufe in die nächste kommen, schon hast du wieder ein neues Ziel. So weißt du wieder was du als nächstes zu tun hast – nämlich Stufe drei erreichen!

Wie findest du die Kompetenzstufenentwicklung? Hast du Tipps für die einzelnen Stufen?

Schreibe deine Erfahrungen und deine Meinung gerne in die Kommentare.

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Schöne Grüße,

Michael

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