Lernpausen optimal nutzen

Lernpausen sinnvoll nutzen und warum du sie machen solltest

„Lernpausen sind doch nur etwas für Faule!“

Diese Aussage kommt meistens von Leuten, die am „letzten Drücker“ vor der Prüfung einen Lernmarathon veranstalten. Dabei kann eine Planung von Lerneinheiten inklusive von Lernpausen das Zeitmanagement enorm verbessern und man kann entspannter Lernen.

Denn…

Was keine Pause kennt, ist nicht dauerhaft – Ovid (antiker römischer Dichter)

In diesem Artikel möchte ich dir zuerst aufzeigen, warum Lernpausen sinnvoll sind. Anschließend habe ich einige Vorschläge, wie du diese Unterbrechungen optimal nutzen kannst.

Vorteile von Lernpausen

Konzentration

Lernpausen helfen dir dich besser zu konzentrieren, besonders nach einer harten Lerneinheit. Eine kleine Pause erlaubt dir, dich nachher wieder stärker auf das Lernthema zu fokussieren.

Motivation

Pausen steigern auch deine Motivation, da du nicht eine unendlich erscheinende Zeit vor dir hast, wo du lernen musst. Die Lernpausen unterteilen deinen Lernstoff in kleinere Einheiten, die du schneller abarbeiten kannst. Außerdem ist während einer Lerneinheit bereits die nächste Pause in Reichweite.

Stressabbau

Lernpausen bedeuten auch weniger Stress. Durch die kleinen Unterbrechungen kannst du wieder ein wenig entspannen und runter kommen. Merke: Wenn man entspannt ist, dann lernt man viel besser als unter Anspannung.

Zeit für andere wichtige Dinge nutzen

Während deiner Lernpausen kannst du andere wichtige Aufgaben erledigen, die nicht allzu lange dauern. So kannst du schon innerhalb von kurzen Pausen weitere kleine Dinge von deiner To-Do-Liste abhaken.

Gelerntes Wissen besser behalten

Das gerade aufgenommene Wissen kann durch Pause besser gefestigt werden. Die geistige Anforderung sollte während einer Lernpause so gering wie möglich sein; am besten tut man gar nichts. Das hört sich vielleicht ein bisschen seltsam an, aber durch das Nichtstun oder durch Meditation kann sich das Wissen besser in dein Langzeitgedächtnis einbrennen.

Wenn du etwas tust, das dich mental fordert, dann wird das vorherige Wissen nicht optimal konsolidiert und gespeichert. Beachte unbedingt diesen wichtigen Punkt.

Deshalb solltest du während deiner Lernpausen auch dein Smartphone und deinen Computer nicht nutzen. Das häufige checken von Facebook und Co. führt zu einer Informationsüberflutung, die dein gelerntes Wissen verdrängen können. Deine Wissens-Speicherung funktioniert nicht mehr mit 100%-iger Leistung.

Optimale Pausendauer

Die perfekte Pausendauer ist hochindividuell. Ich empfehle immer eine Dauer zwischen 5 und 10 Minuten. Für etwas längere Pausen nach einigen Lernstunden würde ich ein Oberlimit von 20 Minuten setzen. So arten die Pausen nicht zu Unterbrechungen aus und du bist anschließend wieder motiviert weiterzuarbeiten.

Der Willenskraftverbrauch für das Weiterlernen ist nach kurzen Pausen geringer als nach langen Unterbrechungen. Achte auf deinen begrenzten Willenskraftspeicher.

Auch der sogenannte Flow-Zustand wird deutlich weniger unterbrochen. Für kurze Zeit kannst du auch die Lernpausen ein wenig nach hinten verlagern, wenn du merkst, dass du im Flow bist. Auf lange Sicht empfiehlt sich aber ein geregelter Pausen-Rhythmus.

Allgemeines zu Lernzeiten

Jeder hat eine bestimmte Tageszeit, wo man am besten lernen kann. Diese Zeit gilt es durch experimentieren herauszufinden. Die Zeitspanne sollte großzügig gewählt werden, damit noch genügend Lernpausen eingebaut werden können.

Es sollte durch genügend Zeit der Druck vermindert werden.

Eine Lernroutine ist für geregeltes Lernen optimal und verbraucht weniger Willenskraft. In meinem Artikel über Gewohnheiten findest du Antworten über die wichtigsten Fragen zur Gewohnheitsbildung.

Ich empfehle zur Planung von Lerneinheiten die Pomodoro-Technik. In dieser Methode sind die Lernpausen bereits „eingebaut“.

So nun zu den Tipps für die Nutzung der Lernpausen…

Wie du Lernpausen sinnvoll nutzen kannst

Trinken und essen

Eine Wasserflasche oder ein Glas Wasser solltest du dir immer auf deinen Schreibtisch stellen. Hast du das Wasser vergessen, dann ist die Lernpause die beste Zeit einen Schluck Wasser zu trinken.

Ich nutze eine Lernpause auch gerne, um eine Tasse Kaffee zu trinken (außer ich mache gerade wieder einen kleinen Koffein-Entzug um die Sensibilität wiederherzustellen). Die Wärme der Tasse beruhigt mich und das Koffein gibt mir wieder Motivation in der nächsten Lerneinheit voll durchzustarten.

Auch kleine Snacks können dir die nötige Energie liefern, die dein Gehirn für die weiteren Lerneinheiten benötigt. Beschränke dich aber wirklich auf kleinere Snacks, da große Mahlzeiten schwer zu verdauen sind. Sie befördern auch dein Blut vom Gehirn in den Magen und das möchtest du vor dem Lernen eher vermeiden.

Ein Bekannter von mir sagt oft:

„Ein voller Magen studiert nicht gern“

Bewegung

Sitze nicht die ganze Zeit auf deinem Schreibtischstuhl. Stehe auf! Gehe um den Block oder mache einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft, wenn du eine etwas längere Pause machst.

Du kannst die Lernpausen auch nutzen, indem du Dehnübungen machst. Das hilft besonders, wenn du Sportler bist.

Oder mache ein paar Wiederholungen von Körpergewichtsübungen (Liegestücke, Klimmzüge, Kniebeugen, usw.).

Frische Luft

Durch den oben genannten Spaziergang erhältst du viel frische Luft, die für gutes Lernen sehr wichtig ist. Es genügt aber auch schon, wenn du kurz das Fenster öffnest und frische Luft hereinlässt. So bekommt dein Gehirn wieder den Sauerstoff, den es unbedingt benötigt.

Ich empfehle die Raumtemperatur immer etwas kälter zu stellen. So kommt keine Müdigkeit auf. Eine Lernpause ist optimal um die Temperatur anzupassen und gegebenenfalls etwas zu lüften. Durch die kalte Luft wirst du gleich viel wacher!

Kalte Dusche

Eine kalte Dusche weckt auf! Nutze die Wirkung während deiner Lernpausen. So hast du schon nach einer kurzen kalten Dusche eine Menge Motivation dich weiter an den Schreibtisch zu setzten. Denke immer: Wenn ich die Kälte aushalte, dann kann mich auch sonst nichts stoppen. Sei kein Warmduscher.

In meinem Artikel speziell über dieses Thema findest du noch viele weitere Vorteile hierzu: Kalte Duschen

Höre Musik

Für deine Pausen solltest du langsame und leise Musik wählen. Wie oben schon geschrieben, sollte die Musik dich nicht stark geistig fordern. Es gibt zum Beispiel Jazz-Stücke, die alles andere als langsam und einfach sind; vielmehr komplex und mental fordernd.

Ich empfehle ruhige klassische Musik, um dein Wissen optimal abzuspeichern und dich zu beruhigen. Suche ein bisschen, um beruhigende Musik zu finden, die dir gefällt. Geschmäcker sind verschieden.

Lese meinen Artikel für mehr Informationen zu „Musik beim Lernen“ inklusive meiner Musiktipps.

Aufräumen

Nutze die Zeit zwischen den Lerneinheiten, um deinen Schreibtisch aufzuräumen und sonstige Haushaltsarbeiten zu erledigen. Diese sollten keine großen geistigen Herausforderungen darstellen und sind somit optimal für die Pausen.

Ich mag Ordnung und lerne viel lieber an einem aufgeräumten Schreibtisch. Schaffe in den Lernpausen eine gute Lernumgebung. So fällt dir das Anfangen wieder viel leichter und hast mehr Motivation.

Zeiten planen

Ich persönlich nutze die kleinen Pausen, um meine Zeit zu planen. Das stellt auch keine große mentale Aufgabe dar, da ich die verfügbaren Zeiten in meinem Kalender eingetragen habe. So kann ich schon innerhalb von 5 bis 10 Minuten meinen restlichen Tag und manchmal auch den folgenden Tag planen.

„Ein Plan ist nichts, Planung ist alles“ – Dwight D. Eisenhower

Lese ein Buch (aber Vorsicht!)

Du kannst auch in den Pausen ein Buch lesen. Das Buch sollte so wenig mit deinem Lernthema zusammenhängen, wie nur möglich. Am besten eignet sich hier die Belletristik. Ich empfehle immer wieder gerne das Buch „Der Alchemist“. Weitere Bücher findest du unter dem Menü „Buchempfehlungen“. In diesen Büchern sind viele wertvolle Weisheiten versteckt. Nutze sie!

Bei diesem Punkt muss ich aber eine kleine Warnung aussprechen: Wenn du eine zu anspruchsvolle Lektüre wählst, dann kann die Wissensspeicherung (Konsolidierung) nicht mehr perfekt funktionieren. Die neuen Gedanken vermindern den Konsolidierungs-Effekt von Pausen. Wähle eine leichte Kost!

Nichtstun

Ja, auch Nichtstun ist hier von Vorteil.

Durch die Abwesenheit von neuen Informationen kann sich das Wissen optimal setzen. Eine Form von Nichtstun kann auch Meditation sein. Probiere es einfach einmal aus, ob du so Vorteile erkennen kannst.

Das Nichtstun entspannt und gibt dir mehr Energie für den folgenden Lernstoff oder Aufgaben.

Fazit

Ich hoffe ich habe dir zeigen können, dass Lernpausen keine verschwendete Zeit sein müssen. Du kannst sie produktiv nutzen und dich von den Lerneinheiten ein bisschen erholen.

Abschließend bist nun du gefragt!

Was machst du während deiner Lernpausen? Machst du welche? Baust du sie fest ein, oder hörst du eher auf deinen Körper, wann eine Pause benötigt wird?

Schreibe deine Gedanken einfach in die Kommentare und like meine Facebook-Seite um keine Artikel mehr zu versäumen.

Schöne Grüße,

Michael

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