Musik kann beim Lernen helfen.

Musik beim Lernen – Vorteile und die perfekte Musikauswahl

Ist Musik ein Konzentrationsräuber? Oder ist Musik doch gut für das Lernen? Diese Fragen habe ich mir schon oft gestellt. Manche behaupten: Musik fördert die Aufmerksamkeit und erhöht die Gedächtnisleistung. Wiederum andere meinen: Völliger Unfug; Musik lenkt zu stark ab und man kann sich nicht auf die vorliegende Sache konzentrieren.

Hier möchte ich darstellen, wie das mit der Musik wirklich ist und wie ich das Thema Musik beim Lernen angehe.

Das Musikstück macht’s aus!

Ein bulgarischer Psychiater namens Dr. Georgi Lozanov hat sich dem Gebiet „Musik und Lernen“ verschrieben. Er machte unzählige Experimente und testete seine Thesen.

Seine Experimente sahen ungefähr so aus: Zunächst teilte er seine Probanden in zwei Gruppen auf, Gruppe A und Gruppe B. Die Testpersonen erhielten Unterlagen, über die im Anschluss ein Test stattfand. Den Gruppen wurde während des Lernens jeweils eine unterschiedliche Musikrichtung vorgespielt.

Dr. Lozanov untersuchte anschließend, wie die Personen im Test abgeschnitten haben. Die Tests wiederholte er 15 Minuten, 1 Tag, 1 Woche und 1 Monat nach dem erstmaligen Lernen der Unterlagen.

Der Psychiater entdeckte, dass bestimmte Musikrichtungen die Ergebnisse positiv beeinflussten. Am besten schnitt die Stilrichtung Klassik ab.

Es war nicht nur die grobe Musikrichtung entscheidend, sondern auch bestimmte Musikstücke; und zwar zur richtigen Zeit.

Der Psychiater Dr. Lozanov kam zu der Schlussfolgerung, dass es für jede Phase des Lernens optimale Musikstücke gibt.

Dr. Lozanov unterteilte das Lernen in folgende 3 Bereiche:

  • Entspannung
  • Aktives Lernen
  • Konsolidierung

Während einer 5-10 minütigen Entspannungsphase vor dem Lernen, wird das Gehirn sozusagen „aufgewärmt“. Hier ist sanfte Instrumentalmusik besonders geeignet. Sie sollte kein Gesang beinhalten und möglichst langsam und leise sein. Auch Naturgeräusche, wie Gewitter oder Regen, können helfen, dich zu entspannen.

In der zweiten Phase (Aktives Lernen) findet das eigentliche Lernen statt. Du solltest eine Musik wählen, die aktiv, also wild und turbulent ist. Dies ermöglicht dir, die neuen Infos – mit der Musik – in hoher Geschwindigkeit zu speichern.

Die letzte Phase, das Konsolidieren, wird als passive Phase bezeichnet. Hier versuchst du dich an das Gelernte zu erinnern und zu festigen. Das ausgewählte Musikstück sollte langsamer und gleichmäßiger sein, als in der aktiven Phase.

Warum immer wieder Klassik?

Jetzt wirst du dir vielleicht denken: „Jedes Mal kommt einer mit der Musikrichtung an, die die wenigsten mögen.“

Dabei hat Klassik viele Facetten. Nicht jeder mag Mozart und nicht jeder mag ganze Orchesterkonzerte. Manche mögen keine Blasinstrumente. Einige lieben sie.

Vor allem in der Klassik gilt es, seine eigenen Vorlieben zu finden. Ich persönlich mag Klavierstücke und Streichquartette; vor allem die von Beethoven. Normalerweise war Klassik nicht meine Stilrichtung, aber je mehr ich mich damit beschäftigte, desto besser gefiel mir die Musik.

Am Ende des Artikels findest du einige Links zu möglichen Stücken, die mir sehr gut gefallen.

Weitere positive Aspekte von Musik

Manche Musik kann beruhigen, aber nicht jede. Heavy Metal wahrscheinlich eher nicht. Um positive Auswirkungen auf deine Lerneinheiten zu haben, empfiehlt es sich, regelmäßig beruhigende Musik zu hören; auch nach und vor dem Lernen.

Die allgemeine Entspannung fördert die Verarbeitung von neuen Informationen und das Lernen fällt viel leichter. Außerdem wird mit dieser Musik der Schlaf verbessert, was zusätzlich die Konsolidierung des Wissens erhöht.

Empfehlenswerte Stilrichtungen sind Jazz, Klassik und Instrumentalmusik. Achtung, denn nicht jedes Lied aus den Genres ist beruhigend. Es gibt auch aufregende Jazz und Klassikstücke. Manche Instrumentalstücke sind hoch komplex und fordern dein Gehirn eher, als es zu beruhigen. Hebe dir diese Lieder für andere Zeiten auf, bei denen du nicht lernst.

Achte auf die Übergänge

Es gibt auch Wissenschaftler die der Meinung sind, dass besonders die Übergänge in Musikstücken wichtig sind. Gemeint sind die stillen Pausen zwischen zwei Segmenten während eines Stückes. Hier haben Gehirnscanns eine erhöhte Aktivität festgestellt. Vermutlich versucht das Gehirn den weiteren Verlauf des Stücks zu erahnen. Genaueres ist noch nicht abschließend geklärt.

Kritik an der Verwendung von Musik

Nun, es gibt nicht nur positive Stimmen zu diesem Thema. Manche Wissenschaftler sind ganz anderer Meinung, wenn um Musik beim Lernen geht.

Sie denken, dass Musik die Aufmerksamkeit senken kann, indem sich der Lerner zu stark auf die Musik konzentriert. Hier wurde von einer Gruppe von Wissenschaftlern ein Unterschied zwischen extrovertierten und introvertierten Personen festgestellt. Die extrovertierten Lerner schnitten in einem Umfeld mit Musik besser bei Tests ab, als die introvertierteren. Ob hier ein kausaler Zusammenhang mit der Musik besteht, lässt sich nicht eindeutig sagen.

Im Großen und Ganzen kann man aus diesen Experimenten aber sagen, dass der Einfluss von Musik auf das Lernen eher gering ist.

Wie gehe ich mit Musik beim Lernen um?

Normalerweise höre ich andere Musikrichtungen, wie Rock, Blues, Elektro, oder House, und so weiter. Die ersten beiden Stilrichtungen sind hauptsächlich auf mein Hobby E-Gitarre zurückzuführen.

Seit einigen Jahren bin ich aber Fan von Klassik und langsamen Jazz geworden.

Ich empfinde Musik beim Lernen als angenehm und kann mich auch meist besser konzentrieren. Daher spiele ich in der Regel ein paar Klassikstücke im Hintergrund.

Wenn ich allerdings etwas sehr Kompliziertes lerne, dann verzichte ich auf Musik und richte meine Aufmerksamkeit nur auf das Thema.

Für das aktive Lernen selbst höre ich gerne Stücke von Beethoven, die etwas aufregender und schneller sind.

Für aktives Wiederholen, z.B. von Karteikarten, verwende ich ruhigere Werke – meist auch von Beethoven – oder Klavierstücke von Ludovico Einaudi. Hier mag ich keine hektischen Rhythmen und keine lauten Instrumente.

Auf Gesang verzichte ich generell, wenn es um das Lernen geht. Für mich ist das wirklich zu viel Ablenkung.

Beispielmusik

Hier noch ein paar Vorschläge für passende Musikstücke (die ich auch regelmäßig höre):

Fazit

Ich hoffe ich habe dir einen guten Überblick über die Verwendung von Musik während dem Lernen geben können.

Das Thema ist so eine Sache. Hier musst du selber ausprobieren, ob dich die Musik zu sehr ablenkt, oder ob sie dir beim Lernen hilft. Die Wissenschaft geht bislang weit auseinander. Manche Forscher haben Vorteile und manche Nachteile gefunden.

Am Ende des Tages kommt es darauf an, was am besten für dich ist!

Wenn du Erfahrungen mit Musik beim Lernen hast, dann melde dich bei mir oder lasse einen Kommentar hier. Ich freue mich über Verbesserungsvorschläge und andere Diskussionen.

Verwendest du Musik beim Lernen, oder liebst du die Stille? Was sind deine Lieblingslieder?

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