Wie du mithilfe von Tomaten deine Zeit besser nutzt – Pomodoro-Technik

Mit diesem Artikel möchte ich euch kurz eine Produktivitätstechnik vorstellen, mit dessen Hilfe ihr eure Zeit besser nutzen könnt und so eure Ziele schneller und leichter erreicht.

Georg Christoph Lichtenberg, ein Mathematiker und der erste deutsche Professor für Experimentalphysik, erkannte schon im 18. Jahrhundert:

„Eine Sache den Augenblick anfangen und nicht eine Minute, viel weniger eine Stunde oder einen Tag aufschieben, ist ebenfalls ein Mittel, die Zeit zu strecken“

Besonders in der heutigen Zeit ist es wichtig produktiv zu arbeiten und sich nicht ablenken zu lassen. Mit Prokrastination – das Aufschieben wichtiger und dringender Aufgaben – hatte bestimmt jeder schon mal zu kämpfen, aber mit der Pomodoro-Technik lässt sich das Aufschieben in den Griff kriegen. Sie lässt einen „fast“ keine andere Wahl, als weiter an seinen Aufgaben zu arbeiten.

Pomodoro – Was ist das?

Die Pomodoro-Technik wurde von Francesco Cirillo entwickelt. Dieser nutzte zur Steigerung seiner Produktivität eine Eieruhr, die die Form einer Tomate hatte. Pomodoro heißt auf Italienisch Tomate. Die Mehrzahl ist „Pomodori“.

Cirillo unterteilte seine Aufgaben in Einheiten (Pomodoris), die jeweils nur 25 Minuten dauerten. Nach den 25 Minuten machte er 5 Minuten Pause. Anschließend wiederholte er diesen Ablauf noch 3 weitere Male. Nach insgesamt 4 Pomodoris machte er eine längere Pause (15-30 min.).

Durch die Einteilung in kurze überschaubare Blöcke, lässt es sich viel leichter anfangen, da schon nach dem ersten Pomodori die erste Pause in Sicht ist. Außerdem schützen die Pausen das Gehirn vor Überlastung.

Was brauche ich dafür?

Francesco Cirillo hat eine Eieruhr verwendet. Das kannst du auch machen. Oder du verwendest deinen Handy-Wecker. Für Smartphones gibt es auch spezielle Apps in den entsprechenden App Stores. Ich verwende für Windows das Programm „Tomighty“. Es ist sehr minimalistisch und man kann das Geräusch der laufenden Eieruhr abstellen, um auch diese kleine Ablenkung auszuschalten.

Vor dem ersten Pomodoro

Bevor du beginnst solltest du eine To-Do-Liste mit den wichtigsten Aufgaben anfertigen. Anschließend unterteilst du die einzelnen Aufgaben in so viele Pomodoris, wie du glaubst brauchen zu werden. Es lässt sich so auch leicht selbst motivieren, denn man sollte versuchen in den gesetzten Pomodoris auch fertig zu werden. Die nächste Aufgabenteilung kann, um den Sportsgeist zu wecken, schon straffer geplant werden.

Um Ablenkungen auszuschließen, solltest du am besten dein Handy auf lautlos stellen, E-Mail-Programme schließen, deinen Internet-Browser unter anderem wegen den sozialen Netzwerken schließen, und so weiter, bis alle Störquellen beseitigt sind. Es ist volle Konzentration gefragt!

Während einer Pomodori-Einheit ist es hilfreich sich ein Blatt Papier danebenzulegen. Wenn du einen Gedanken hast, der dich vom Arbeiten ablenkt, aber nicht vergessen werden darf, schreibst du ihn auf das Papier. So kannst du dich weiter auf eine Arbeit konzentrieren bis die restlichen Minuten des Pomodori um sind. Die geschriebenen Notizen kannst du anschließend in der Pause erledigen, oder du planst die Aufgabe wann anders ein.

Was, wenn der Wecker klingelt und ich noch nicht fertig bin?

Ich weiß, dass man ungern aufhört wenn man im „Flow“ ist. Aber auf lange Sicht sind die Pausen sehr wichtig und man gewohnt sich besser an den 25-Minuten-Rhythmus. Der Körper benötigt zwischendurch Pausen um richtig arbeiten zu können. Morgens ist einem oft nicht bewusst, weshalb der Körper Pausen braucht. Abends nach vielen Lerneinheiten mit Pausen hat man oft mehr geschafft, ohne dass man sich besonders angestrengt hat. Lässt man die Pausen weg, ist man am Ende des Arbeitstages viel müder und hat oft nicht mehr geschafft, wie mit regelmäßigen Pausen.

Vorteile der Pomodoro-Technik

Mithilfe der Pomodoro-Technik kann man sich nur auf eine Aufgabe konzentrieren. Alles andere wird ausgeblendet oder kurz notiert. Das ist viel effektiver als Multitasking, da man sich nicht immer wieder neu in Themen einarbeiten muss. Die Technik erhöht außerdem die eigene Disziplin (vor allem durch das Einhalten der Pausen). Nach einigen Pomodoris sieht man wie viel man in kurzer Zeit geschafft hat und fördert somit auch die Motivation.

Nachteile der Pomodoro-Technik

Die Technik erfordert – besonders am Anfang – eine hohe Selbstdisziplin. Dieser Überwindungsaufwand lässt sich aber durch regelmäßiges Anwenden verringern.

Außerdem könnte einem der ablaufende Wecker von der eigentlichen Aufgabe ablenken, wenn man dazu neigt häufig die verbleibende Zeit zu checken.

Fazit

Wie bei allen Produktivitätstechniken sollte man am besten ausprobieren, ob einem die Technik liegt. Am Anfang muss man sich an den Ablauf gewöhnen. Erst nach ein bisschen Üben kann man beurteilen, ob die Pomodoro-Technik für einen sinnvoll ist. Mir hat sie sehr geholfen mich stärker zu konzentrieren. Einfach mal ausprobieren.

 

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